Deir Al Medina - Arbeitersiedlung und Nekropole
Die Ausgrabungsstätten in El Qurna - am Westufer von Luxor - bieten neben den Besuchermagneten wie dem Tal der Könige und Hatschepsut-Tempel auch andere Nekropolen. Nicht so berühmt bedeutet weniger Ansturm, weniger Gedränge und mehr Muse, um die Sehenswürdigkeiten anschauen zu können.
Nicht so berühmt, heißt jedoch nicht weniger interessant oder bedeutend. Im Gegenteil: Im Deir al Medina - dem Arbeiterviertel - gibt es Gräber, die farbenprächtiger sind als im Tal der Könige. Teilweise geht es auf schmalen, steilen Stufen in die Tiefe. Es ist eng, aber weil sich die Zahl der Besucher in Grenzen hält, gibt es keine Wartezeiten oder -schlangen. Besucher werden nicht durchgeschleust, sondern können sich die Zeit nehmen, die sie wollen.
Im Deir el Medina gibt es aber noch mehr zusehen. Die Überreste der Wohnsiedlungen sind noch sehr gut erhalten. Es wurden Schriften gefunden, die eindrucksvolle Einblicke in Medizin, Rechssprechung und Handel geben. Sogar der erste dokumentierte Arbeiterstreik der Geschichte wurde hier schriftlich festgehalten. Die Handerwerker legten damals wegen der schlechten Lebensmittelversorgung die Arbeit nieder. Erst als sich die Lage besserte, gingen sie wieder ans Werk.
Im Tal der Königinnen ist das Highlight gerade für Besucher geschlossen
Auch im Tal der Königinnen ist kein Andrang. Sie können die Grabkammern in aller Ruhe besichtigen und fotografieren ohne Aufforderung zum Weitergehen. Die letzte Ruhestätte von Nefertari, der großen königlichen Gemahlin von Ramses II. wird zur Zeit renoviert und ist leider für Besucher nicht zugänglich. Es ist das bedeutendste und schönste Grab der Nekropole. Sie war Ramses' Lieblingsfrau. Seine Verehrung ging so weit, dass ihre Statue in Abu Simbel von gleicher Größe wie seine eigene ist. Eine in der Geschichte der ägyptischen Königinnen einzigartige Geste und ein Beweis seiner tiefen Liebe.
Tanedjemet, Titi und einige Prinzengräber
Von den ca. 90 Gräbern sind viele so einsturzgefährdet, dass sie aus Sicherheitsgründen nicht geöffnet sind. Dennoch ist auch diese Ausgrabungsstätte einen Besuch wert. Sie gibt gute Einsicht in den Totenkult im alten Ägypten und Wandmalereien sowie Sarkophage sind gut erhalten. Selbst mumifizierte Föten wurden bei den Ausgrabungen entdeckt. Auch ihnen wurde der Weg ins Jenseits durch die Einbalsamierung ermöglicht.
Medinet Habu - Tempel und Befestigungsanlage in einem
Für uns gehört diese Anlage zu den schönsten in Luxor. Obwohl mehr los ist als im Tal der Königinnen und im Deir al Medina, können Sie auch hier entspannt durch den Komplex schlendern.
Ramses III. schuf nicht nur seinen Totentempel. Die Festung diente ebenso als Verwaltungszentrum und gehört zu den am besten erhaltenen Sehenswürdigkeiten Luxors. Auf den Reliefs werden sowohl Kriege und Jagden als auch religiöse Szenen dargestellt. Es ist tief beeindruckend, wie gut die Farben bis heute erhalten sind.
Erbaut wurde der Komplex nicht ausschließlich von Ramses III., auch wenn ihm der größte Teil zugeordnet wird. Archäologen fanden hier ebenfalls Gedenkstätten von Königin Hatschepsut und Thutmosis III.
Von Ramses III. zu Ramses II.
Unser letztes Juwel der thebanischen Nekropolen ist das Ramesseum, erbaut von König Ramses II. Hier wurde sowohl dem Pharao als auch den Göttern Amun, Mut und Chons gehuldigt. Das Gelände war mit einer hohen Mauer eingefasst und bot Platz für Tempel, Grabanlagen, Magazine sowie Werkstätten. Sogar die Überreste eines Geburtshauses wurden hier entdeckt.
Auf dem Gelände des Ramesseum sind wenig Besucher. Um so schöner alles zu entdecken und auf sich wirken zu lassen. Die Security ist sehr nett - wie überall bei den wenig frequentierten Sehenswürdigkeiten. Die Männer freuen sich, wenn Touristen kommen und führen gern durch die Anlage. Viele von ihnen arbeiten schon viele Jahre dort und haben sich dementsprechend viel Wissen angeeignet. Ein kleines Trinkgeld am Schluss wird natürlich dankend angenommen.
Alle diese kleineren und weniger bekannten Nekropolen sind nicht nur einen sondern mehrere Besuche wert. Sie stehen den großen Sehenswürdigkeiten in nichts nach. Für ein tolles Slowseeingegypt-Erlebnis sind sie unserer Meinung nach ideal, um die alte Kultur Ägyptens intensiv erleben zu können.