Täglicher Einkauf - Supermarkt oder Fachgeschäft?

Veröffentlicht am 5. Februar 2026 um 13:10

Einheimische Märkte und Firmen aus Europa 

Große Supermarktketten gibt es in den großen Städten Ägyptens. Carrefour, Bestway, Spinney`s sind die französischen bzw. englischen Discounter, die wegen der recht großen Auswahl an europäischen Produkten bei Touristen und Residenten sehr beliebt sind, aber auch von Ägyptern durchaus genutzt werden. Unter den einheimischen Firmen sind wohl die größten Läden vor allem von Gomla - der ältesten und größten Kette - und Abu Ashara. Auch dort gibt es inzwischen viele importierte Waren und sie sind meist günstiger als die ausländische Konkurrenz. Obst und Gemüse sollte man jedoch nicht in den großen Geschäften kaufen. Dort ist es teurer als auf dem Souk oder bei kleinen Händlern und schmeckt meist nicht so gut.

Fleisch vom Souk oder Supermarkt? Steak versus Schmorgerichte

Viele Europäer empfinden die Fleischangebote auf dem Souk und in den Straßen hygienisch bedenklich. Der Anblick der aufgehängten Tierhälften oder lebender Hühner und Kaninchen ist ungewohnt oder sogar ekelerregend. Aus diesem Grund kaufen die meisten Residenten ihre Hähnchenschenkel oder Rindsgulasch lieber an den Fleischtheken der großen Märkte.

Mein deutscher Magen hatte noch nie ein Problem mit Fleisch, das wir von den einheimischen Metzgern im Souk gekauft haben und ich bin ich noch nie krank geworden. Der Anblick ist besonders für Tierfreunde - so auch für mich -  nicht schön, aber Fleisch zu essen ist per se nie wirklich tierlieb. Hier werden die nackten unschönen Tatsachen nur nicht versteckt, wie es in anderen Ländern inzwischen gang und gäbe ist, sondern es wird offen und ehrlich damit umgegangen.

Darüber hinaus wird nicht in so großen Mengen geschlachtet. Die Ware wird am gleichen Tag verkauft. Wenn sie weg ist, gibt es nichts mehr. Beim Fleischer an einer stark befahrenen Straße kaufen wir jedoch auch nicht, sondern eben auf dem Markt. 

Bein Einkauf unterscheiden wir, was wir zubereiten wollen. Für ein Steak gehen wir lieber in einen der großen Märkte. Warum? Ganz einfach: Die Einheimischen wissen nicht so genau, aus welchem Teil und wie sie das Fleisch schneiden sollen. Kurzgebratenes aus der Pfanne gibt es in Ägypten traditionell nicht. Auch Hühnchen kaufen wir - sofern wir kein ganzes wollen - lieber dort. Für Schmorgerichte dagegen entscheiden wir uns für den Souk-Metzger. Dort sind wir sicher, dass die Tiere aus der Umgebung kommen und wahrscheinlich ein gutes Leben hatten. 

Tante Emma-Läden gibt es an jeder Straßenecke

Den täglichen Bedarf an Zucker, Reis, Brot und anderen Grundnahrungsmitteln decken auch heute noch die Meisten in kleinen Lebensmittelgeschäften. Davon gibt es nicht nur in jedem Viertel zuhauf. Viele dieser Shops haben sogar 24 Stunden und sieben Tage die Woche geöffnet. Es sind oft Familienbetriebe. Eltern und Kinder wechseln sich im Laden ab, damit rund um die Uhr eingekauft werden kann. Abgesehen von Nahrungsmitteln gibt es auch jede Menge Fachgeschäfte für Haushaltswaren, Autozubehör, Elektrikwaren und vieles mehr.

Wir können nur jedem raten, die Händler vor Ort zu unterstützen und einen Teil des täglichen Bedarfs bei ihnen zu erwerben. Gomla und co. haben das größere Sortiment, aber auch ihre geregelten Öffnungszeiten. Euer Tante Emma-Laden ist immer für euch da und ihr unterstützt die einheimische Wirtschaft.